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Wissenswertes: Was ist Worldcafé und wo kann ich diesen bestellen?

Nein, es handelt sich hier leider nicht um das neue Modegetränk des Sommer 2020, dennoch macht es Sinn, sich eine Tasse Café zu schnappen und sich folgendes vorzustellen:

Stellen Sie sich ein charmantes Kaffeehaus vor, das mit Menschen aus der ganzen Welt gefüllt ist, die sich zum Ideen- und Gedankenaustausch treffen. Was sehen Sie vor Ihrem inneren Auge? Vielleicht unterschiedliche Geschlechter, unterschiedliche Generationen, unterschiedliche Kulturen, unterschiedliche Professionen? In jedem Fall wahrscheinlich unterschiedliche Menschen, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Geschichten und Herkunft garantiert unterschiedliche Meinungen zu einem Thema haben? Und genau darum geht es beim World Café: in einem positiven Rahmen eine möglichst heterogene Gruppe um Input zu einem Thema zu bitten und dadurch ein reiches Reservoir an Sichtweisen zu erschließen.

Wie geht World Café?

Das Stichwort heißt Diversität und dessen Reichtum lässt sich durch die World-Café-Methode exzellent erschließen. In der Praxis funktioniert das so:

  • Organisieren Sie für Ihr World Café einen Raum mit kleinen Tischen, an denen vier bis sechs Personen Platz nehmen können. Die Tische statten Sie mit Papiertischdecken und Stiften aus, die die Teilnehmer nutzen, um ihre Gedanken und Ideen darauf zu notieren oder dem Gedankenstrom der Diskussion folgend darauf herumzukritzeln.
  • Überlegen Sie sich im Vorfeld drei Fragen, die möglichst offen gestellt sind, inspirierender Natur sind und dramaturgisch aufeinander aufbauen.
  • Eine Moderatorin oder ein Moderator stellt den Teilnehmenden – mindestens zwölf sollten es sein – das Thema und die Mechanik des World Café vor. Wichtig: An allen Tischen gibt es einen Gastgeber oder eine Gastgeberin, die während der drei Runden als Fixpunkt dort verbleibt.
  • Dann verteilen sich die World-Café-Gäste an die Tische und eine Person meldet sich als Gastgeber/-in, liest die Frage vor, ermutigt die Teilnehmenden zu einer Diskussion und erinnert sie daran, wichtige Erkenntnisse oder Fragen auf der Papierdecke zu notieren. Auf das Moderatorensignal hin rotieren nach 20 Minuten die Gäste zum nächsten Tisch.
  • Hier gibt es zwei Varianten: Bei der streuenden Methode finden sich die Gäste zu neuen Konstellationen zusammen, bei der fixen Methode bleiben die Gruppen bestehen.
  • Zu Beginn der zweiten Runde begrüßen die Gastgeber die Neuankömmlinge und resümieren, was bisher diskutiert wurde. In der Folge lesen sie die zweite Frage vor und die Diskussion beginnt erneut. In Runde drei wiederholt sich das Prozedere.

Um den wertvollen Input der World-Café-Gäste zu verdichten, gibt es mehrere Ansätze.

  • Nach 60 Minuten lädt die Moderatorin oder der Moderator zum Abschluss ein. In einer großen Runde stellen die Gastgeber die Ergebnisse vor und nutzen dazu die beschrifteten Papierdecken. Alle Gäste sind willkommen, ihr persönliches Resümee oder ihre wichtigsten Erkenntnisse mit den anderen zu teilen.
  • Die Tischdecken werden für alle sichtbar aufgehängt und die Inhalte werden mit Klebepunkten priorisiert.
  • In der letzten Diskussionsrunde benennen die Gäste des World-Café ihre drei wichtigsten Handlungsempfehlungen und notieren sie auf Moderationskarten, die dann an Pinnwänden befestigt und gruppiert werden.

Warum ist die Methode des World Café so beliebt?

Das World Café hat sich zu einer sehr beliebten Methode bei der Bearbeitung von Fragestellungen entwickelt. Warum ist das so? Erstens braucht sie wenig an Ausstattung: ein großer Raum, Tische mit beschreibbaren Tischdecken, eine heterogene Gruppe. Zweitens produziert sie binnen kürzester Zeit fassbare Ergebnisse. Drittens ist sie für kleine, aber genauso für große Gruppen geeignet. Viertens lockt das freie Schreiben, Malen oder Kritzeln neue Gedanken hervor.

Fünftens – und dies ist vielleicht am wichtigsten – knüpft sie an eine faszinierende Erkenntnis an, die im Alltag oft untergeht: Niemand von uns sieht Realität gleich. Eine Frage wie „Was ist für dich gesunde Ernährung?“ wird je nach Gruppengröße hunderte, wenn nicht tausende Facetten enthüllen, die die Wahrnehmung der Teilnehmenden spiegeln. Und genau das befruchtet den Dialog ungemein.

Durch die Kaffeehaus-Konversation kommt also nicht nur ein ganzer Kosmos von Perspektiven ans Licht, es wird den Beteiligten auch klar, dass die Tischnachbarin oder der Tischnachbar eine völlig andere Sichtweise auf das Thema hat. Das öffnet wiederum den eigenen Geist und schafft neue Verbindungen zwischen Menschen. Bei betrieblichen Themenstellungen wie Strategieentwicklung, Change Management oder auch Teambuilding ist diese Nebenbeivernetzung ein weiterer positiver Effekt.

Knackpunkte des World Café

Der Erfolg eines World Café steht und fällt mit der Qualität der Fragen. Planen Sie diese genau. Gute Fragen stupsen die Diskussion an, sie regen zum Sammeln von Input an und locken einen Flow an Gedanken hervor. Wissensinput, der mit  Reflexion gepaart ist – das ist die hohe Kunst des World Café.

An den Tischen braucht es eine straffe Moderation. Die Gastgeber müssen darauf achten, pünktlich zu wechseln und eine für alle angenehme Atmosphäre zu schaffen. Kleiner Tipp: am besten mit Stoppuhren und Signalen zur Ankündigung des Tischwechsels arbeiten.

Überlegen Sie sich genau, wie Sie den Wissensinput sortieren, priorisieren und verwerten wollen, denn mit jeder Runde kommen neue Tischdeckenblätter hinzu.

Alle Kaffeehausgäste müssen einen offenen Geist haben und an Dialog interessiert sein. Die Etikette verträgt kein Machtgebaren, sondern setzt auf die Egalität aller Meinungen.

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