


Die Kölner Partyband sorgte im Wieslocher Palatin für überschäumende Stimmung – Zwei-stündiges Konzert mit vielen Hits.
Wiesloch. Sie kamen, sangen und siegten – wieder einmal. Die sechsköpfige Kölner Kultfor-mation „Die Höhner“ präsentierten im 35. Karrierejahr ein weiteres Kapitel ihrer künstleri-schen Vielseitigkeit und zog im Wieslocher „Palatin“ bei ihrer mehr als zweistündigen Mu-sikshow nahezu alle Register. Da durfte man sich wirklich fragen: Ist der Karneval jetzt in den Wonnemonat Mai verlegt worden? Tatsache ist: Die Vollblutmusiker um den schnauz-bärtigen, stets gut aufgelegten, Frontmann Henning Krautmacher (Gesang, Gitarre) sind ein absolutes Phänomen, das mittlerweile auch außerhalb ihrer Heimat in „Kölle am Rhin“ für Frohsinn, Begeisterung und überschäumende Stimmung sorgt – das ganze Jahr über, wohlge-merkt.
„Hey Kölle, do bes e Jeföhl“ steht auf ihren Fahnen und die „Echten Fründe“ tragen ihre Songs mit Stolz und Leidenschaft in die Konzertsäle der Republik. Im Rahmen ihrer großen Deutschland-Tournee und zwischen den Stationen Mainz und Kassel verzauberten die beken-nenden FC-Köln-Fans auch die Besucher in Wiesloch von der ersten bis zur letzten Note. Das Publikum was, speziell nach der Pause, „von den Socken“ und feierte eine große Party. Spä-testens mit ihrem Hit und Gassenhauer „Viva Colonia“ aus dem Jahr 2004 avancierten „Die Höhner“ zu absoluten Überfliegern. Mit der Handballhymne „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ setzten sie beim „Wintermärchen 2007“ noch eins drauf. Auch im gut besuchten Palatin singt die Fangemeinde lauthals nahezu alle Kulthits mit, lässt sich tragen vom „Wir"-Gefühl und liebt „das Leben, die Liebe und die Lust“, wie es in einem Songtext heißt.
Neben Sänger Krautmacher erweisen sich auch die anderen Bandmitglieder als Meister ihres Fachs, allen voran Multiinstrumentalist Jens Streifling (Gitarre, Saxophon, Mandoline, Klari-nette, Gesang). Auch Schlagzeuger und Urgestein Janus Fröhlich, Hannes Schöner (Bass, Lead und Backing Vocals), Peter Werner (Keyboards, Akkordeon, Gesang) und der neu hin-zugekommene E-Gitarrist John Parsons sind perfekte Musik-Animateure und zeigen beson-ders im semi-akustischen Teil die hohe Kunst der Töne.
Der Clou: Bei etlichen Liedern dürfen die Konzertgänger, die auf ihren Stühlen ein Textheft – das so genannte „mit-sing-Ding“ – vorgefunden hatten, den großen Höhner-Chor bilden und mit ihren gut aufgelegten Idolen zusammen singen. Ein lachender Frontsänger, der die Wein-stadt kurzerhand zum weiteren Kölner Stadtteil erklärte, zur Fanschar: „Wahnsinn, ganz Wiesloch singt kölsch“.
Grandios auf die Livebühne gezaubert dann ein „Arena-Oldie-Medley“ mit Songs der Beatles („Hey Jude“), Eagles („Hotel California“), von Queen („We will rock you“) und Manfred Mann’s Earthband („Mighty Quinn“). Ein Ausflug in die „Höhner-Roncalli-Zirkusshow“ („Antonio“) sowie herrliche Balladen („Du bes nit allein“ oder „Spar ding Dräum nit op för morje“) machten deutlich: Die Höhner sind eine Kapelle für alles und alle. Spätestens beim Finale gab es dann die bewährten Höhner-Hits am Stück und neben „Alles was ich will“, „Räuber“, „Fründe“ und „Festpiraten“ wurde auch mit „de Kölsche Pass“, „Üverall op dr Welt is Kölle“ oder „Schön, das du do bes“ die ganze Palette der Kultsongs zelebriert. Da waren auch die beiden 85 und 80 Jahre alten Höhner-Fans Toni und Marianne, die eigens aus Domstadt zum Wiesloch-Konzert angereist waren, hin und weg.
Fazit am Ende der schweißtreibenden Höhner-Show: haushoher Schunkelsieg für die musika-lischen Spaßmacher von „Kölle am Rhin“ bei ihrem außergwöhnlichen Event in der Wein-stadt Wiesloch.
Rhein-Neckar-Zeitung, Mai 2009